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Rolling Cross-Section-Wahlkampfstudie mit Nachwahl-Panelwelle

(Komponente 2)

Mehrere Elemente der GLES sind so gestaltet, dass sie die bestmögliche Messung der kurzfristigen Dynamiken der Kampagnenkommunikation und ihrer Effekte bieten. Um dies zu erreichen, wurden Veränderungen der öffentlichen Meinung in kurzen Intervallen während des Wahlkampfes beobachtet. Die GLES kombiniert zwei Komponenten, die sich gegenseitig zu diesem Zweck ergänzen (Komponente 2, geleitet von Prof. Dr. Rüdiger Schmitt-Beck; Komponente 3, geleitet von Prof. Dr. Harald Schoen).

Rolling Cross-Section-Studien (RCS) verfolgen Veränderungen im Aggregat auf einer täglichen Basis und stellen so ein sehr feinfühliges Instrument für die Messung von kampagneninduzierten Veränderungen der öffentlichen Meinung dar. Wählerreaktionen auf jegliche vorhersehbare und nicht vorhersehbare Ereignisse während des Wahlkampfes können direkt registriert und das Abklingen oder der Erhalt dieser Effekte aufgedeckt werden. Obwohl intra-individuelle Veränderungen während der Kampagne nicht erfasst werden können, ermöglicht die Kombination mit einem Nachwahl-Panel Vor- und Nachwahlvergleiche auf der individuellen Ebene basierend auf einem repräsentativen Sample.

Zur Bundestagswahl 2009 wurde im Rahmen der GLES eine RCS-Umfrage mit durchschnittlich 100 Interviews pro Tag während der letzten 60 Tage des Wahlkampfes durchgeführt. Die Durchführung der Vorwahlbefragung wurde dabei so organisiert, dass nicht nur die gesamte Stichprobe, sondern auch die Sub-Stichproben, die für jeden Tag der Kampagne zur Verfügung stehen, zufällige Stichproben der Wählerschaft darstellen. Insgesamt wurden durch Telefonbefragungen (CATI) vor der Wahl 6.008 Interviews mit wahlberechtigten Personen realisiert, von denen nach der Wahl 4.027 wiederbefragt werden konnten.

Bei der Bundestagswahl 2013 wurde die Untersuchung wiederholt: Die Vorwahlbefragungen erstreckten sich über 76 Tage und im Durchschnitt wurden rund 104 Telefoninterviews pro Tag durchgeführt. Insgesamt nahmen 7.882 Bürger an der Vorwahlstudie teil, von denen nach der Wahl 5.353 ein zweites Mal befragt werden konnten.

Der Gebrauch einer RCS-Kampagnenumfrage in der Vorwahlperiode, gefolgt von Re-Interviews der gleichen Befragten nach der Wahl, ist in den letzten Jahren in vielen Ländern zu einem Standarddesign für die Analyse kurzfristigen Wandels bei Wahlen geworden. Es kombiniert die Vorteile des RCS-Designs mit denen der Panelanalyse und wurde in Deutschland erstmals bei der Analyse der Kampagnendynamik bei der Bundestagswahl 2005 realisiert.