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Vor- und Nachwahl-Querschnitt

(Komponente 1)

Querschnittsumfragen bilden den Kern aller Wahlstudien weltweit. Daher sind sie bei allen drei Wahlen auch der Kern der GLES (Komponente 1, geleitet von Prof. Dr. Sigrid Roßteutscher und Prof. Dr. Bernhard Weßels).

Zu jeder der drei Wahlen werden in der Vorwahl- und in der Nachwahlbefragung jeweils etwa 2.100 Interviews durchgeführt. Zur Grundgesamtheit gehören alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger über 15 Jahren mit dauerhaftem Aufenthalt in Deutschland. Das Verhältnis zwischen ost- und westdeutschen Befragten ist ein Drittel zu zwei Dritteln: Ostdeutsche sind also überrepräsentiert. Diese Überrepräsentation ist notwendig, um Unterschiede und Angleichungsprozesse in den politischen Orientierungen zwischen Ost und West auch im Detail untersuchen zu können.

Durchgeführt werden Vor- und Nachwahlbefragungen als „Computer Assisted Personal Interview“ (CAPI). Die Interviews dauern etwa eine Stunde. Im Fragebogen werden soweit wie möglich Instrumente der von 1994 bis 2002 durchgeführten Bundestagswahl-Panel- sowie Querschnittsstudien von Falter, Gabriel und Rattinger (ZA4301, ZA3065, ZA3066, ZA3861) sowie der 2005er Wahlstudie von Kühnel, Niedermayer und Westle (ZA4332) übernommen, um Zeitvergleiche zu ermöglichen. Zusätzlich umfasst der Nachwahl-Fragenkatalog das jeweils aktuelle Fragen-Modul des Projektes “Comparative Study of Electoral Systems” (CSES). Damit eröffnet die GLES die Möglichkeit für international vergleichende Fragestellungen der Wahlforschung sowohl über unterschiedliche institutionelle Kontexte als auch in zeitlicher Kontinuität zu den deutschen CSES-Studien von 1998 (ZA3073), 2002 (ZA4216) und 2005 (ZA4559). Neben dem Bemühen um eine zeit- und international vergleichenden Perspektive nimmt die GLES auch innovative und aktuelle Perspektiven der internationalen Wahl- und Einstellungsforschung durch den Einschluss neuer Frageinstrumente – so z.B. zu Koalitionspräferenzen, Emotionen und Persönlichkeitsmerkmalen – auf.

Bei der Konstruktion der Fragebögen wird zudem auf die Anschlussfähigkeit zu allen anderen Komponenten der GLES – insbesondere die zum Kampagnenverlauf (Komponenten 2 und 3), die Medieninhaltsanalysen (Komponente 4) sowie die Kandidatenstudie (Komponente 6) – geachtet.