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Langfrist-Panel

(Komponente 7)

Querschnittsumfragen vor und nach der Wahl sind ein sehr wichtiger Bestandteil jeder Wahlstudie. Individuelle Veränderungen im Wahlverhalten sind auf diese Weise aber nicht zu messen. Da ein zentrales Ziel der GLES darin besteht, langfristige, individuelle Veränderungen politischer Einstellungen und politischen Verhaltens zu untersuchen, sind Panelumfragen über mehrere Bundestagswahlen notwendig (Komponente 7, geleitet von Prof. Dr. Harald Schoen).

Mit dem Langfrist-Panel wird daher ein rollierendes dreiwelliges Panel-Design angewendet, wie es erstmals von 1994 bis 2002 von Falter, Gabriel und Rattinger (ZA4301) durchgeführt wurde.

Die Rekrutierung für das Langfristpanel erfolgt im Rahmen der Vor- und Nachwahl-Querschnittsbefragung (Komponente 1). Alle Befragten, die sich grundsätzlich bereit erklären auch an zukünftigen Umfragen teilzunehmen, bilden die Grundgesamtheit für ein neues Panel. 2009 waren dies beispielsweise knapp 2700 von rund 4300 Befragten (ca. 63%). Jedes Panel umfasst insgesamt drei Bundestagswahlen, das 2009 begonnene Panel wird also bei den Bundestagswahlen 2013 und 2017 fortgeführt. Die Befragten bleiben bei jeder Welle innerhalb der gleichen Umfrageperiode (vor oder nach der Wahl).

Das rollierende Dreiwellen-Panel verbindet die langfristige Panelkomponente der GLES überdies auch mit Wahlstudien vorheriger Bundestagswahlen. Die Befragten der Querschnittsstudie zur Bundestagswahl 2002 wurden im Jahr 2009 zum dritten und letzten Mal befragt. Die Daten des Panels von 2002 bis 2009 sind über GESIS als Download verfügbar (ZA5320). Außerdem wird die (Nachwahl-)Querschnittsbefragung von 2005 fortgesetzt, die von Kühnel, Niedermayer und Westle (ZA4332) durchgeführt wurde. Ein Datensatz für dieses Panel mit den bisher vorliegenden Daten aus 2005, 2007, 2009 und 2011 ist ebenfalls über GESIS zu beziehen (ZA5321).

Die enge Verbindung zu der Querschnittskomponente impliziert, dass die Feldzeit des Langfrist-Panels und der Querschnittsumfrage identisch sind. Außerdem werden in beiden sehr ähnliche Fragekataloge verwendet und mit der gleichen Umfragemethode (CAPI) durchgeführt.

Da Panelumfragen zwangsläufig mit einer gewissen Mortalität konfrontiert sind, ist es entscheidend, die Befragten zu motivieren auch zwischen zwei Bundestagswahlen im Panel zu verbleiben. Kurze Interviews mit den Befragten werden daher jährlich via CATI oder schriftlicher Befragung durchgeführt. Damit werden nicht nur die Motivation der Teilnehmer aufrechterhalten und der Adressbestand aktualisiert, sondern gleichzeitig zusätzliche Analysepotentiale eröffnet. Mit Hilfe des Langfrist-Panels ist es möglich, individuelle Veränderungen von Einstellungen und des politischen Verhaltens zwischen aufeinander folgenden Wahlen zu analysieren. Sowohl die Zeitspanne der einzelnen Panels von zwei vollen Legislaturperioden als auch die Kontinuität des seit 1994 fortgeführten rollierenden drei-Wellen-Designs stellen auch im internationalen Vergleich eine Besonderheit dar.