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Langfrist-Medienagenda-Analyse

(Komponente 9)

Die Langfrist-Medienagenda-Analyse (LMA) bildet die Komponente 9 der GLES (geleitet von Prof. Dr. Sigrid Roßteutscher). Die LMA zielt auf eine permanente Beobachtung der politischen Medienagenda in Deutschland ab. Die im Rahmen der LMA durchgeführte langfristige Aufzeichnung der zentralen Themenkonjunkturen in Deutschland soll dabei in Kombination mit den Daten des Langfrist-Online-Trackings (Komponente 8) genutzt werden, um den Einfluss relevanter Ereignisse auf die politischen Einstellungsmuster und das Wahlverhalten der Bürgerinnen und Bürger zu untersuchen.

Der LMA beruht auf einer diktionärsbasierten und computerunterstützten Inhaltsanalyse von Artikel der wöchentlich erscheinenden Politmagazinen Spiegel und Focus sowie überregionalen und regionalen Tageszeitungen. Neben politischen Themen, werden zudem gesellschaftspolitische Akteure (u.a. Parteien, Politiker, Verbände oder Institutionen) sowie Ortsangaben erfasst. Die Datenerhebung läuft nach einem dreistufigen Prozess ab:

Erstens werden die wöchentlich erscheinenden Politikmagazine Der Spiegel und Focus während des gesamten Untersuchungszeitraumes analysiert, so dass eine lückenlose Aufzeichnung der wichtigsten Medienereignisse gewährleistet ist. Zweitens werden im Monat vor einer Tracking-Umfrage an ausgewählten Tagen zusätzlich die Titelseite und das Politikressort von zwei Qualitätszeitungen (Frankfurter Allgemeine Zeitung und Süddeutsche Zeitung) sowie der Boulevardzeitung BILD untersucht, um ein detaillierteres Bild der politischen Themenagenda zu erhalten. Drittens wird, wenn in zeitlicher Nähe zu einer Tracking-Befragung eine Landtagswahl stattfindet, mindestens eine weitere regionale Tageszeitung betrachtet. Ausgewählt werden die Zeitungen mit dem größten Verbreitungsgrad unter der Wählerschaft des jeweiligen Bundeslandes. Durch die Aufnahme von Regionalzeitungen soll die Möglichkeit eröffnet werden Unterschiede in der Berichterstattung auf nationaler und regionaler Ebene zu identifizieren. Das wesentliche Ziel ist, die Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Ebenen des politischen Systems herauszuarbeiten, so dass etwa Einflüsse der Bundespolitik auf Landtagswahlergebnisse untersucht werden können.